Zur Ehre Gottes

Der „Dom zu Innichen“ ist Tirols bedeutenster romanischer Sakralbau. Er erinnert an den Festungsstil der Kreuzritter zur Zeit der Stauferkaiser. Mit dem Bau der Stiftskirche (dem „Dom zu Innichen“) wurde im Jahr 1143 begonnen; ein Brand im Jahr 1200 zwang zu einem Neuanfang. 1280 war der heutige Baukörper abgeschlossen. In den Jahren 1323 bis 1326 wurde der Glockenturm neu hinzu gebaut. Der „Dom zu Innichen“ ist der bedeutenste Sakralbau im romanischen Stil in den Ostalpen mit beeindruckenden kunsthistorischen Schätzen sowie einer kleine Bibliothek mit seltenen und zum Teil einzigartigen Handschriften.
Der „Dom zu Innichen“ ist Tirols bedeutenster romanischer Sakralbau. Er erinnert an den Festungsstil der Kreuzritter zur Zeit der Stauferkaiser. Mit dem Bau der Stiftskirche (dem „Dom zu Innichen“) wurde im Jahr 1143 begonnen; ein Brand im Jahr 1200 zwang zu einem Neuanfang. 1280 war der heutige Baukörper abgeschlossen. In den Jahren 1323 bis 1326 wurde der Glockenturm neu hinzu gebaut. Der „Dom zu Innichen“ ist der bedeutenste Sakralbau im romanischen Stil in den Ostalpen mit beeindruckenden kunsthistorischen Schätzen sowie einer kleine Bibliothek mit seltenen und zum Teil einzigartigen Handschriften.

Der Legende nach soll Kaiser Maximilian, als er das erste Mal den Sakralbau erblickte, den Ausspruch getan haben: „Ein Gotteshaus so stark wie eine Festung, so unerschütterlich wie mein Tiroler Volk!“ Steht man vor dem gewaltigen Bauwerk, kann man der Legende viel abgewinnen: Der romanische Baustil, der hier in reiner, ursprünglicher Form erhalten geblieben ist, bringt heute noch all das zum Ausdruck, was der Begründer der Klosteranlage „Zum heiligen Candidus“, der Bayernherzog Tassilo III., im achten Jahrhundert nach Christus beabsichtigte: Er wollte am damals äußersten Ende seines Reiches, an der „Heidengrenze“, ein Bollwerk zur Ehre Gottes bauen.

BOLLWERK ZUR EHRE GOTTES

Das Jahr 610 hatte dem Vormarsch der Bajuwaren Richtung Kärnten ein Ziel gesetzt. In der Schlacht bei Aguntum/Lienz behaupteten die Slawen die Herrschaft über den Lienzer Talkessel für ihr Herzogtum Kärnten. Der Bayernherzog Tassilo III. hat dann im Jahr 769 in Innichen das Benediktinerkloster zum heiligen Candidus als starken Außenposten seines Reiches gegründet.Dieses sollte Aufgaben der Glaubensverkündung und Mission erfüllen, die Kultivierung des Gebietes an der damaligen Südostgrenze des Herzogtums übernehmen und den Siedlungsbau im Hochpustertal durch bajuwarische Bauern organisieren. An einer wichtigen Fernstraße sollte eine Versorgungs-, Herbergs- und Nachschubstation entstehen. Der „Gründungsakt“ mit der Gebiets- und Herrschaftsübertragung an das Kloster wurde in Bozen („Bauzano“) im Jahr 769 schriftlich fixiert.

Der Bayernherzog Tassilo III. schenkt mit dieser Urkunde dem Abt Atto von St. Peter in Scharnitz einen Landstrich im Pustertal vom Gsieser Bach, der bei Welsberg in die Rienz mündet, bis zur „Slawengrenze“, die damals der Bach vom Anras-Berg im Osttiroler Pustertal („rivolum montis Anarasi“) bildete, mit dem Ort Innichen („India“) sowie dem Toblacher Feld („Campo Gelau“) sowie dem heutigen Gebiet im Sillian bis eben Anras als Ostgrenze. Die Auflage für diese Schenkung war, im „campus gelau“ (= eisiges Land) ein Benediktinerkloster zur Missionierung der heidnischen Slawen zu gründen. 783 wurde Abt Atto von Scharnitz zusätzlich Bischof von Freising. Seitdem besteht eine personelle Verbindung des Klosters zum heiligen Candidus in Innichen mit dem Fürstbistum Freising/Bayern.

VOM GSIESTER BACH BIS ZUR „SLAWENGRENZE“

Abt Atto übernahm eine durch die Kriege mit den Slawen im siebenten und achten Jahrhundert weitgegend verödete Gegend. Das „Wiederbesiedelungsprojekt“ war jedoch ein durchschlagender Erfolg. Das „Kloster zum heiligen Candidus“ in Innichen übernahm im Verlauf der Jahrzehnte und Jahrhunderte die seelsorgerische Betreuung weitläufiger Gebiete an der Rienz und Drau sowie ihrer Nebentäler. Innichen wurde im frühen 15. Jahrhundert zum bedeutendste Wallfahrtszentrum des Ostalpenraums.

Kaiser Otto I. richtete in Innichen im Jahr 965 eine weltliche Herrschaft durch einen kirchlichen Fürsten ein. Er schuf eine reichsunmittelbare „Hofmark Innichen“, die nur mehr der Herrschaftsgewalt des Kaisers unterstand. Herr von Innichen war der Fürstbischof von Freising. Die „Hofmark Innichen“ erreichte ihre Blütezeit im Hochmittelalter, also im 12. und 13. Jahrhundert. Das kirchliche Fürstentum reichte von Welsberg im Westen bis Abfaltersbach im Osten und im Süden hinunter bis in die venetianische Tiefebene (Cadore). Seit dem Hochmittelalter entrissen die Grafen von Gröz, dann die Grafen von Tirol unter Berufung auf ihr Amt als Vögte den kirchlichen Herren der „Hofmark Innichen“ sämtliche Ländereien, so dass am Ende (1803) von dieser weltlichen Herrschaft nur mehr ein Teil der Ortschaft Innichen übrig geblieben war. Nach dem 1. Weltkrieg kamen Innichen und Sexten, obwohl dies im Londoner Gemeinvertrag von 1915 nicht vorgesehen war, zu Italien. Eigentlich sollte die Wasserscheide bei Toblach die zukünftige Grenze zwischen Italien und Österreich bilden.